Marc Chagall - Spurensuche in Mainz
Besichtigung der Chagall Fenster und anschließend Besuch der Neuen Synagoge

Nachdem die VHS Landau am 26. November die große Chagall-Ausstellung in der Frankfurter Schirn-Kunsthalle in das Programm aufgenommen hat, wollen wir unser Bild über diesen großen Künstler des 20. Jahrhunderts in Mainz vervollständigen. Geradezu weltberühmt sind die Glasfenster, die Marc Chagall für die Kirche St. Stephan gestaltete. Der Bau selbst, heute katholische >Pfarrkirche, wurde 990 von >Erzbischof >Willigis auf der höchsten Erhebung der Stadt als Stift bzw. Stiftskirche gegründet; es bestand bis 1802. Das heutige Erscheinungsbild stammt im Wesentlichen aus gotischer Zeit. Im 2. Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Kirche nach und nach wiederaufgebaut.
 
Einzigartig in Deutschland sind die Fenster der Stephanskirche, die ab 1978 von >Marc Chagall gestaltet wurden, der sie als Beitrag zur jüdisch-deutschen Aussöhnung verstanden wissen wollte. Der damalige Pfarrer von St. Stephan, Monsignore >Klaus Mayer, gewann Chagall als Künstler. Ein Jahr lang gab es Briefwechsel, Chagall blieb zunächst unverbindlich. Der französische Maler polnisch-jüdischer Herkunft, der in den 1920er Jahren in Deutschland auch gelebt hatte, betrat das Land nie wieder. 1976 schenkte er Vertrauen zu Mayer.
 
Bis zu seinem Tod 1985 schuf Chagall insgesamt neun Fenster für den vorderen Teil der Kirche. Vor einem in verschiedenen leuchtenden Blautönen gehaltenen Hintergrund zeigen sie >biblische Gestalten und Ereignisse. Eine der bekanntesten Szenen stellt die >Versuchung von Adam und Eva im Paradies dar. Chagall entwarf die Glasgemälde und führte auch die Schwarzlotmalerei eigenhändig aus. Es sind die letzten Kirchenfenster, die Chagall schuf. Nach seinem Tod wurde die Arbeit an den restlichen Fenstern von Charles Marq fortgesetzt, der als Seniorchef des Glasateliers Jacques Simon in Reims 28 Jahre lang mit Marc Chagall zusammengearbeitet hatte. Das Gesamtkunstwerk der Kirche, die gotische Architektur und die in blautönen gehaltenen Fenster, versetzen uns in Staunen. Es bleibt noch Zeit in Mainz, um beispielsweise den Weihnachtsmarkt am Dom zu besuchen.
 
Nach der Mittagspause besuchen wir die im Jahr 2010 neu eröffnete Neue Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde Mainz. Dieses Objekt ist interessant, weil diese Synagoge als Treffpunkt der jüdischen Gemeinschaft in Mainz ein sichtbares Zeichen jüdischen Lebens heute setzt und neugierig macht. Das Eingangstor ist spannend, dort steht: „Meor Hagola - Beth Knesset Magenza“ („Leuchte der Diaspora - Synagoge Mainz“). Und im Inneren wird es noch spannender: überall Text und Buchstaben. Darüber kann man viel nachdenken (aus www.schumstaedte.de).
Programm:
08.00 Uhr    Abfahrt - VHS, Maximilianstraße 7, Busbahnhof

10.00 Uhr   Besichtigung der CHAGALL Fenster
14.00 Uhr   Besichtigung der Neuen Synagoge
ca. 16.30 Uhr  Rückfahrt nach Landau
   
(Programmänderungen bleiben vorbehalten!)

1 Tag, 13.12.2022
Dienstag, 08:00 - 19:00 Uhr,
1 Termin(e)
ZeitOrt
Di13.12.2022
08:00 - 19:00 Uhr
Dr. Walter Appel
R015
Fahrtkosten bei mind. 25 zahlenden TN: 49,00 € Fahrt, Eintritt, Führung u. Reiseleitung
25

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