FONTANE - Zum Gedenken an den 200. Geburtstag von Theodor Fontane
Tangermünde/Grafschaft Ruppin/Oberland/Havelland Spreeland

Das Jahr 2019 steht für die deutsche Literatur ganz im Zeichen des 200. Geburtstags von Theodor Fontane (1819 – 1898). Der in Neuruppin, einer preußischen Garnisonsstadt nordwestlich von Berlin, geborene Apothekersohn gilt als ein scharfer Beobachter des Preußentums und als ein herausragender Vertreter des literarischen Realismus im 19. Jahrhundert. In seinen Romanen und Erzählungen beschreibt er seine Figuren aus einer kritischen, gleichwohl liebevollen Distanz heraus. Er schildert eine feudale Welt voller Konventionen, die dem Untergang geweiht ist, das aber noch nicht weiß, und ihre Konfrontation mit der ungestümen Moderne. Bemerkenswert ist Fontanes geradezu aktuelles Frauenbild, deutlich sichtbar in seinem mehrfach verfilmten Bestseller „Effi Briest“.
Wir werden auf dieser Reise ausgewählte Romane und Novellen Fontanes besprechen und in Beziehung bringen zu seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Dabei konzentrieren wir uns auf die ländliche Region, die Fontane bereist hat und in dessen Dörfern und Herrensitzen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Berlin und Potsdam stehen nicht auf dem Reiseprogramm – dafür die alte Grafschaft Ruppin mit ihren Wäldern und Seen, das Oderbruch, das Havelland und die Schorfheide.
Untergebracht sind wir während der gesamten Reise im ****Maritim Hafenhotel in Rheinsberg, direkt am See gelegen. Dort werden wir frühstücken, zu Abend essen und übernachten. Bitte vergessen Sie nicht Ihre Badesachen, denn das Hotel verfügt über einen ausgedehnten Wellnessbereich. 

Programm:

Dienstag, 06. August 2019

Anreisetag / Tangermünde / Gete Minde

Von der Pfalz fahren wir über Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Göttingen und Braunschweig bis in die Region nördlich von Magdeburg. Hier machen am späten Nachmittag kurz Station in Tangermünde. Die mittelalterliche Stadt am Zusammenfluss von Elbe und Tanger ist Schauplatz eines Frühwerks Fontanes: „Grete Minde“. Die Novelle basiert auf der wahren Geschichte über ein Waisenmädchen, das 1617 zu Unrecht bezichtigt wurde, aus Rache wegen eines vorenthaltenen Erbes die Stadt angezündet zu haben und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Diese Geschichte lassen wir beim Bummel durch die gut erhaltene Altstadt von Tangermünde mit ihren Fachwerk- und Backsteinhäusern auf uns wirken. Danach fahren wir weiter zu unserem Hotel in Rheinsberg.


Mittwoch, 07. August 2019

Die Grafschaft Ruppin / Der Stechlin

Zum Auftakt unserer Fontane-Fahrt erkunden wir seine Herkunftsregion, die frühere Grafschaft Ruppin nordwestlich von Berlin. Wir beginnen den Tag mit einer Führung im Schloss Rheinsberg. Malerisch am See gelegen, hat es Friedrich Wilhelm I. 1734 für seinen Sohn, den Kronpinzen Friedrich, gekauft. Friedrich verlebte hier vier unbeschwerte, nach seiner Auskunft die glücklichsten Jahre seines Lebens. Er förderte die Künste, betrieb einen Musenhof, komponierte selbst und schrieb den „Antimachiavell“. Als König schenkte er das Schloss seinem Bruder, Prinz Heinrich. Park und See bilden eine romantische Kulisse, die viel später Kurt Tucholsky zu der Erzählung „Rheinsberg“ inspirierte. Der Ausflug von Claire und Wölfchen ist eine der schönsten Liebesgeschichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Weiter geht es zu einem der schönsten Seen der Mark Brandenburg, dem Stechlin, an dessen baumgesäumten Ufern wir einige Passagen aus Fontanes letztem Roman hören. Danach fahren wir in die frühere Garnisonsstadt Neuruppin,  in der Fontane geboren wurde, aber auch der berühmte Baumeister Schinkel. Auf einem Rundgang sehen wir wichtige Fontane-Orte wie die Löwen-Apotheke, die sein Vater betrieb, sein altes Gymnasium, den Tempelgarten und die Seepromenade. Letzte Station dieses Tages ist Lindow. Am Wutzsee erwartet uns die efeuumrankte Klosterruine Lindow  mit dem Friedhof, die in Fontanes letztem Roman „Der Stechlin“ eine wichtige Rolle spielt.

Donnerstag, 08. August 2019
Oberland / Unterm Birnbaum

Die Oder und das Oderbruch östlich von Berlin sowie die Anstrengungen, das Sumpfgebiet durch Kolonisten trocken zu legen, stehen im Mittelpunkt des zweiten Bandes der „Wanderungen“. Dazu lesen wir die Novelle „Unterm Birnbaum“, die einzige Kriminalgeschichte, die Fontane geschrieben hat. Wir beginnen unseren Tag im Fontanehaus in Schiffmühle, dem Alterssitz des Vaters, der dort auch auf einem Hügel begraben liegt, von wo aus man einen wunderbaren Überblick über das Oderbruch hat. Die Mittagspause verbringen wir in Bad Freienwalde, wo wir bei

einer Führung die kleine Kurstadt näher kennenlernen. Erste Station am Nachmittag ist das Freilichtmuseum in Altranft, in dem wir bei einer Führung im Herrenhaus viel über das Oderbruch und seine bäuerlichen Bewohner erfahren. Auf der Weiterfahrt schauen wir kurz in dem Oderbruch-Dörfchen Kunersdorf vorbei. Zwar existiert das Schloss nicht mehr, doch der Friedhof und der Park des Musensitzes mit den Schadowschen Kolonnaden lohnt ebenso einen Besuch wie das Museum, das dem Naturforscher und Dichter Adelbert von Chamisso gewidmet ist, der mit seinem Werk „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ 1814 einen Bestseller seiner Zeit schrieb. Der Tag wird beschlossen durch eine Führung und  den Besuch von Schloss, Park  und Kirche Neuhardenberg. 1814 schenkte König Friedrich Wilhelm III. seinem Staatskanzler, dem großen preußischen Reformer Hardenberg, das barocke Schloss, das Baumeister Schinkel 1820 – 1823 in klassizistischem Stil umbaute. Fürst Pückler gestaltete zur gleichen Zeit den Garten. Auch die Kirche ist von Schinkel entworfen, ein Mausoleum in Gestalt eines dorischen Tempels.
dorischen Tempels. Rückfahrt ins Hotel.

Freitag, 09. August 2019

Havelland / Effi Briest

Das Havelland westlich von Berlin ist untrennbar mit dem Roman „Effi Briest“ verknüpft. Wir beginnen den Tag mit einer Fahrt nach Wustrau am Südufer des Neuruppiner Sees. Es ist der Herrensitz des alten Preußen-Generals Ziethen. Dort besuchen wir das Brandenburgmuseum im Rahmen einer Führung durch die Sonderausstellung zum Fontanejubiläum. Zweiter Punkt des Tagsesprogramms ist eine Führung durch Schloss Paretz am Ufer der Havel. Schloss Paretz ist ein preußisches Königsschloss, zusammen mit dem gleichnamigen Dorf 1997 – 1804 von David Gilly als Sommerresidenz für Friedrich Wilhelm III. und Luise erbaut. Es ist ein gutes Beispiel für die Baukunst um 1800, berühmt geworden sind auch die Paretzer Papiertapeten. In dem kleinen Dorf steht auch ein Besuch der Kirche mit der Apotheose der Königin Luise auf dem Programm. Wir beschließen den Tag mit einer Fahrt nach Ribbeck zu Ribbeck im Havelland, Vorbild für Fontanes berühmte Ballade vom Birnbaum. Dort schlendern wir auf einem geführten Rundgang durch den Ort und rezitieren das berühmte Gedicht am Birnbaum in der Kirche.

Samstag, 10. August 2019
Spreeland / Irrungen, Wirrungen

Unser letzter Tag auf den Spuren des Wanderers Fontane führt uns in die Region nördlich von Berlin. Erste Station ist das Gut Zernikow, das Friedrich der Große seinem Leibkammerherren Fredersdorff schenkte, der einzigen Person, die den König duzen durfte und das volle Vertrauen des Monarchen genoss. Fontane schrieb, dass Fredersdorff aus einer Sandscholle ein wohlkultiviertes Gut“ gemacht habe, auf dem Fredersdorffs Enkel Achim von Arnim, der Mitbegründer der Heidelberger Romantik, unbeschwerte Jungentage erlebte. Weiter geht es nach Gransee. Auf dem Schinkelplatz der kleinen Stadt steht das Luisendenkmal, das in Erinnerung an die Fahrt des Katafalks der toten Königin zurück nach Berlin errichtet wurde. Dritte Station dieses Tages ist das Jagdschloss des Großen Kürfürsten in der Schorfheide. Bei einer Führung erfahren wir viel über die wechselvolle Geschichte des Gebäudes, das von den Hohenzollern bis zu Kaiser Wilhelm II. als Jagdrevier benutzt wurde; auch spätere Machthaber wie Hermann Göring und Erich Honecker nutzten die Schorfheide als ihr exklusives Revier. Den Tag beschließen wir mit einer Führung durch das ehemalige Zisterzienserkloster Chorin, einem der bedeutendsten architektonischen Zeugnisse der Backsteingotik inmitten einer Landschaft von Wald und Seen.

Sonntag, 11. August 2019
Heimreise
Nach dem Frühstück Rückfahrt in die Pfalz.

(Programmänderungen bleiben aus organisatorischen vorbehalten!)

Reiseleitung: Rolf Gauweiler

Reisepreis:    963,00 Euro - bei mind. 25 zahlenden TN -

Einzelzimmerzuschlag: 180,00 Euro

Leistungen:
- Einführungsabend
- Fahrt in einem modernen Fernreisebus
- 5 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstücksbuffet
- 5 x Halbpension (3-Gang-Menü / ohne Getränke
- Eintritte u. Führungen lt. Programm
- Informationsmaterial
- Reiseleitung
- Abschlussabend

Anmeldeschluss:    30.06.2019
Anzahlung:             100,00 Euro
Restzahlung:           15.07.2019

Hotel:
Maritim Hafenhotel Rheinsberg****
Das Hotel liegt direkt am Rheinsberger See. In malerischer Umgebung, mit eigenem Bootssteg, einem Leuchtturm und einer kleinen Brücke.
 
Anmeldungen erbitten wir in schriftlicher Form. Die Busplätze werden entsprechend der Reihenfolge der schriftlichen Anmeldung und des Eingangs der Anzahlung vergeben. Es gelten die Bedingungen für Studienreisen der VHS Landau.



6 Tage, 06.08.2019, - 11.08.2019,
Dienstag, 06.08.2019, 08:00 - 14:00 Uhr
Mittwoch, 07.08.2019, 08:00 - 14:00 Uhr
Donnerstag, 08.08.2019, 08:00 - 14:00 Uhr
Freitag, 09.08.2019, 08:00 - 14:00 Uhr
Samstag, 10.08.2019, 08:00 - 14:00 Uhr
Sonntag, 11.08.2019, 08:00 - 14:00 Uhr
6 Termin(e)
Rolf Gauweiler
R110
Volkshochschule Landau (Maximilianstraße), ehemalige Alte Post, Maximilianstraße 7, 76829 Landau (Pfalz)
Fahrtkosten Doppelzimmer: 963,00 € (gültig ab 25 Teilnehmenden)
Fahrtkosten Einzelzimmer: 1.143,00 € (gültig ab 25 Teilnehmenden)
25
Belegung: